In der Konzeption eines Lernangebotes spielt gewiss die Technik eine sehr große Rolle. Allerdings kann selbst die beste technische Umsetzungsmöglichkeit keinswegs ein ordentliches didaktisches Fundament ersetzen.

Du beschäftigst dich daher in diesem Modul mit dem Thema "Ortsbezogenes Lernen".


Folgende Aspekte sind dabei wesentlich:

  • Was ist ortsbezogenes Lernen?
  • Welche Möglichkeiten eröffnen sich durch ortsbezogenes Lernen?
  • Welche Rolle spielen ortsbezogene Spiele und Geogames beim ortsbezogenen Lernen?

 

Vor Ort

Beim mobilen ortsbezogenen Lernen werden Informationen für den jeweiligen physikalischen Raum mit mobilen Endgeräten zur Verfügung gestellt und miteinander verknüpft.

Das sind...

  • einfache Positionsangaben auf einer digitalen Karte.
    (z.B. in Karten- oder Navigations-Applikationen)
  • Informationen über die unmittelbare Umgebung.
    (z.B. Informationen über Sehenswürdigkeiten an der jeweiligen Position)
  • festgelegte Routen auf interessante Lerngegenstände.
    (z.B. stadtökologische Rundgänge)
  • Interaktionen mit und Entdeckung der Umwelt.
    (z.B. Entdeckungen auf Bildern festhalten, Versuche vor Ort durchführen)

Interaktion

Durch die Möglichkeit der Ortsbestimmung wird jedoch auch die Interaktion mit anderen NutzerInnen möglich. Mit geeigneten Applikationen kann die Position anderer NutzerInnen im Raum sichtbar gemacht werden. Somit können kooperative, ortsbezogene Aufgabenstellungen oder Lernformen umgesetzt werden. So lässt sich beispielsweise ein Gebiet arbeitsteilig erfassen und die Nutzerin / der Nutzer sieht in Echtzeit, welche Bereiche bereits von anderen NutzernInnen bearbeitet und dokumentiert wurden. Dies kann u.U. über das Teilen der Informationen über eine gemeinsame Plattform geschehen.

Aber auch zeitversetzte Interaktion ist möglich. Hinterlassen NutzerInnen digital an einem Ort beispielsweise einen Kommentar oder eine Nachricht, so kann diese von den nächsten NutzerInnen, diean diesen Ort kommen, abgerufen werden.

Augmented Reality

Eine weitere Facette des mobilen ortsbezogenen Lernens ist die Möglichkeit, dem Kamerabild eines mobilen Endgerätes weitere Informationen zu überlagern. Mit Anwendungen der so genannten Augmented Reality [Wikipedia] erhalten NutzerInnen direkt auf dem Bildschirm des Gerätes relevante Informationen zum sie umgebenden Raum (z.B. Rekultivierung eines Braunkohleabbaugebiets im gegenwärtigen Zustand, Abruf des Bildes während des Braunkohleabbaus und Gebiet in Zukunft).

Ortsbezogenes Lernen knüpft an einem Lernverständnis an, bei dem der Aufbau von Erkenntnissen und ein Verstehen von Sachverhalten stets an die Umgebungsbedingungen, an Kontexte oder reale Situationen gebunden sind.

Beispiel

Skyline


Der Zusammenhang von klimatischen Standortbedingungen und der Angepasstheit von Pflanzenlässt sich deutlich besser nachvollziehen, wenn

  • die Lebensbedingungen vor Ort erlebt werden,
  • die eigenen Erfahrungen und Vorstellungen vor Ort abgeglichen werden,
  • der neue Lerninhalt darauf aufbauend aktiv erschlossen wird.

 

Die mobilen Endgeräte stellen sozusagen die am Ort nötigen Informationen bedarfs- und zeitgerecht zum individuellen Abruf "on demand" zur Verfügung.

Zusammenfassend bieten die Sonderformen des mobilen Lernens und die verschiedenen Formen des mobilen ortsbezogenen Lernens neben einer Flexibilisierung und Individualisierung des Informationsabrufs und des Lernprozesses auch noch die Interaktionsmöglichkeit mit der wirklichen Umgebung und/oder mit anderen Menschen.

 

Die mobilen Endgeräte helfen ...

  • einen interessanten Ort zu finden,
  • dort spezifisch benötigte Informationen abzurufen oder abzulegen,
  • mit diesem Ort zu interagieren,
  • mit anderen NutzerInnen in eine reale oder digitale Kommunikation zu treten oder
  • Unterstützung anzufordern.

 

Damit werden wesentliche Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen ...

  • als aktiven,
  • kommunikativen,
  • an Kontexten und Situationen sowie
  • an der Lebenswelt orientierten
  • Konstruktionsprozessen berücksichtigt.